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eTwinningMehr als ein Projekt

‘e’ steht für elektronisch und ‘Twinning’ für Partnerschaft. Seit es im Jahre 2005 von der europäischen Kommission im Rahmen des eLearning-Programms gestartet und 2007 ins Programm für lebenslanges Lernen aufgenommen wurde, ist eTwinning fester und zudem wachsender Bestandteil der deutschen und europäischen Schullandschaft geworden.

Über das Internet können Schulen unkompliziert mit Partnerschulen in Europa gemeinsam arbeiten. Bereits im ersten Jahr registrierten sich 13.000 Schulen für die Arbeit im Projekt, seitdem ist die Zahl der teilnehmenden Lehrkräfte von 65.000 im Jahre 2009 auf rund 180.000 in rund 25.000 registrierten Projekten gestiegen. In Deutschland besteht die eTwinning-Familie zurzeit aus rund 8.600 Lehrkräften, die mit Schülern und Kollegen aus allen Ländern der europäischen Union und weiteren Partnerstaaten – unter anderem der Türkei oder der Schweiz sowie in Zukunft auch Georgien oder Moldawien – zusammenarbeiten. Insgesamt gibt es mittlerweile in Deutschland über 4.600 Projekte. Dabei ist eTwinning keineswegs nur für Fremdsprachenlehrkräfte attraktiv, vielmehr existieren Projekte jeglicher Fachrichtung in allen Sprachen der EU, auch Projekte in deutscher Sprache erfreuen sich großer Beliebtheit. Darüber hinaus können durch die vielfältigen Möglichkeiten mithilfe von eTwinning Aktivitäten auf allen Alters- und Lernniveaus, vom Kindergarten bis zur Sekundarstufe II, begonnen werden.

Eine Projektpartnerschaft zwischen zwei oder mehr Schulen aus verschiedenen Ländern beginnt zunächst mit der Suche nach Projektpartnern, welche problemlos über den eTwinning-Desktop oder auf einem der zahlreichen europäischen Workshops und Kontaktseminare erfolgen kann. Nach der Anmeldung des Projekts beginnt die Arbeit im TwinSpace. In diesem von der Lehrkraft einfach zu verwaltenden und zu gestaltenden virtuellen Arbeitsraum präsentieren die Schülerinnen und Schüler Ergebnisse, diskutieren in Foren oder chatten miteinander in Echtzeit und in der Fremdsprache. Auch andere gebräuchliche IT-Tools wie Youtube, Skype oder Flickr, können ohne Weiteres in die Arbeit mit eTwinning integriert werden. Die Schülerinnen und Schüler erweitern so nicht nur ihre Kompetenz im Umgang mit neuen Medien, sondern treten insbesondere in eine authentische fremdsprachliche Lernsituation, die vor dem Hintergrund des ausgewählten Projektthemas zudem in hohem Maße zum interkulturellen Lernen beiträgt. Für die Lehrkräfte bedeutet die Arbeit mit eTwinning nicht nur die Öffnung ihres Unterrichts, sondern vor allem die Möglichkeit, schnell und unkompliziert Kontakte zu Kollegen aus ganz Europa zu knüpfen, die im Idealfall weiterführende Verbindungen zwischen Schulen, in etwa einen Austausch oder eine Schulpartnerschaft, zur Folge haben.

eTwinning ist somit ein echter Gewinn für das Schulleben, zumal auch die Schulentwicklung durch Kooperation innerhalb des eigenen Kollegiums gefördert werden kann – vor allem aber bringt eTwinning ein Stück Europa an Ihre Schule, schnell, unkompliziert und bereichernd.

von Carsten Groene
>> Vorsitzender der Jungen Philologen
Schleswig-Holstein
E-Mail: Groene@phv-sh.de